Beschreibung
Die Klimaerwärmung führt zu mehr Hitzetagen und Tropennächten. Versiegelte Flächen heizen sich auf, Gebäude speichern Wärme – besonders in dicht besiedelten Gebieten wie Kloten belastet dies die Bevölkerung.
Die Stadt soll dieser Herausforderung mit einer durchdachten Freiraumentwicklung begegnen. Das Freiraumkonzept 2022 bildet dafür die fachliche Grundlage. Die Förderung der Biodiversität sowie die Gestaltung der Siedlungsfreiräume und der Strasseninfrastruktur werden dabei eine wichtige Rolle spielen.
Am 24. November 2024 lehnte die Klotener Bevölkerung die Revision der kommunalen Richtplanung mit 52,03% Nein-Stimmen ab. Der Richtplan hätte die klimaangepasste Siedlungsentwicklung behördenverbindlich verankert und die koordinierte Umsetzung über verschiedene Fachbereiche sichergestellt. Über die Neuauflage des kommunalen Richtplans wird voraussichtlich 2028 abgestimmt werden.
Handlungsschwerpunkte
Kaltluftleitbahnen
Von Norden über Stighag bis zum Bahnhof verläuft ein wichtiger "Frischluft-Korridor". Dieser soll frei von quer stehenden Bauten bleiben, damit kühle Nachtluft ins Stadtzentrum strömen kann. Neue Gebäude sollen so platziert werden, dass sie den Luftstrom nicht blockieren.
Die landwirtschaftlichen Flächen am Holberg und die Grünräume Spitz–Schluefweg sollen erhalten bleiben. Sie kühlen die angrenzenden Wohnquartiere nachts spürbar ab. Siedlungen sollen zu diesen Grünflächen hin geöffnet werden, damit die Kühlung wirken kann.
Siedlungsränder
An den Übergängen zur Landschaft (Graswinkel, Steinacker, Ruebisbach) sollen Grünkorridore entstehen. Bäche sollen aufgewertet, Wege beschattet, ökologische Übergangszonen geschaffen werden. Zwischen den offenen Wohnsiedlungen (Spitz–Rütlen) und dem Hardwald soll eine ökologisch gestaltete Übergangszone entstehen, die als Puffer gegen Hitze wirkt und gleichzeitig Erholungsraum bietet.
Hitzeminderung
Flächenentsiegelung, Baumpflanzungen, Fassaden- und Dachbegrünungen sollen Standard werden. Bewässerungssysteme, helle Materialien und geschickte Gebäudeplatzierung sollen die Aufheizung mindern.
Die Achse vom Bahnhof über den Stadtpark bis zu den Sportfeldern Stighag soll zur beschatteten "Klimaachse" entwickelt werden. Der Stadtpark soll zum grünen Ausgleichsraum mit mehr Bäumen und Wasserflächen werden.
Der grobe Zeitplan für die Neuauflage der Planungsvorlagen zur Richt- und Nutzungsplanung sieht vor, dass diese bis 2028 abgeschlossen sein sollte.